Geschwister Scholl

Hans Scholl
(Foto um 1940)

  Sophie Scholl
(Foto um 1940) 
 

Hans wurde  am 22. September 1918 in Ingersheim an der Jagst geboren, Sophie  am 9. Mai 1921 in Forchtenberg. Seit 1930 in Ulm lebend, begeisterten sie sich anfangs für das neue NS-Regime, und zwar gegen den Willen ihres Vaters, der die Nationalsozialisten unverhohlen ablehnte.

Hans wurde Fähnleinführer in der Hitler-Jugend, Sophie Gruppenführerin beim Bund deutscher Mädel (BdM). Der dort erfahrene Fanatismus und die Forderung nach bedingungsloser Unterordnung, die sich im Verbot ausländischer Lieder und vieler ihrer Lieblingsschriftsteller äußerte, führte zu einer allmählichen Entfremdung vom Nationalsozialismus, die von den liberalen Ideen des Vaters und der Religiösität der Mutter beschleunigt wurde. Prägenden Einfluß erhielten beide auch durch das Gemeinschaftserlebnis in der verbotenen katholischen Bündischen Jugend.

Seit April 1939 studierte Hans, unterbrochen von Kriegseinsätzen, in München Medizin, wo er Kontakt zu Gleichgesinnten wie Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf, den späteren Mitgliedern der "Weißen Rose", fand.
1942 kam auch Sophie als Studentin nach München, wo sich die oppositionellen Studenten entschlossen hatten, zu aktivem Widerstand gegen das Naziregime aufzurufen. Bei der Verteilung von Flugblättern in der Universität München wurden Hans und Sophie festgenommen und am 22. Februar 1943 hingerichtet.

 

Literaturempfehlungen:
 
Scholl, Inge:
Die weiße Rose;
Fischer (TB),
Frankfurt 1993;
ISBN 3596118026

Vinke, Herrmann:
Das kurze Leben der Sophie Scholl; Ravensburger Verlag,
Ravensburg 1997;
ISBN 3473515531